Anfahrschutz LKW | Rammschutz | Gabelstapler | Anprallschutz | Rammschutzbügel | Beton | Stahl | Rampe | Poller
Anfahrschutz für LKW und Gabelstapler: Rammschutz mit geprüfter Statik für schwere Lasten
Wo LKW rangieren und Gabelstapler Lasten bewegen, gehören Anfahrschäden an Toren, Rampen, Regalen und Hallenstützen zum Betriebsalltag. Verhindern lassen sie sich nur mit einem Anfahrschutz für LKW und Gabelstapler, der auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmt ist: Ein LKW trifft mit hoher Masse und in größerer Höhe, ein Stapler mit weniger Gewicht, dafür tief und oft in engen Gassen. Wir konstruieren Anfahrschutz seit über 30 Jahren und wissen deshalb, dass kaum eine Gefahrenstelle der anderen gleicht und passender Schutz meist nach Maß entsteht. In diesem Ratgeber zeigen wir, welcher Rammschutz an welche Stelle gehört, welche typischen Planungsfehler wir von vornherein vermeiden und welche Eckdaten wir für die Planung brauchen.
Warum LKW und Gabelstapler unterschiedlichen Anfahrschutz brauchen
LKW und Gabelstapler haben komplett unterschiedliche Knautschzonen und erzeugen beim Anprall völlig verschiedene Lastbilder, deshalb lässt sich Rammschutz nicht von einem Fahrzeugtyp auf den anderen übertragen. Die Tabelle zeigt die Unterschiede, die für die Auslegung zählen.
| Kriterium | LKW | Gabelstapler |
|---|---|---|
| Masse | 7,5 t bis 40 t zulässige Gesamtmasse; Sattelzüge, Kran- und Baufahrzeuge, militärische Fahrzeuge und andere Sonderfahrzeuge auch weit über 40 t | Eigengewicht plus Last, meist bis 7,5 t, schwere Stapler darüber |
| Geschwindigkeit am Objekt | Schritttempo beim Rangieren, an Einfahrten auch schneller; träge Masse mit Nachlauf | Je nach Gerät und Betriebsanweisung; abrupte Lenkbewegungen in Gassen und an Durchfahrten |
| Anfahrhöhe | 1,25 m (DIN EN 1991-1-7/NA) | 0,75 m (DIN EN 1991-1-7) |
| Typische Anprallstelle | Rampe, Torzarge, Gebäudeecke, Einfahrt | Regalende, Hallenstütze, Durchfahrt, Maschine |
| Typische Situation | Rückwärts ansetzen mit eingeschränkter Sicht | Einfahren, Wenden, Rückwärtsrangieren mit Last |
Beim Gabelstapler wird die Masse oft unterschätzt. Für die Anprallkraft zählt das Eigengewicht des Staplers einschließlich Gegengewicht plus die aufgenommene Last. DIN EN 1991-1-1 teilt Stapler dafür in Klassen ein. DIN EN 1991-1-7 setzt die Anprallkraft auf Bauteile mit dem Fünffachen dieses Gesamtgewichts in 0,75 m Höhe an.
Beim LKW ist die Höhe der entscheidende Unterschied. Stoßstange und Unterfahrschutz treffen deutlich höher auf als die Gabeln oder das Gegengewicht eines Staplers. Für Tragwerke setzt DIN EN 1991-1-7 mit nationalem Anhang die Anprallkraft eines LKW in 1,25 m Höhe an. Unsere Schwerlast-Produkte legen wir nach dem VdTÜV-Merkblatt Tankanlagen 965 Teil 3 für nicht öffentliche Betriebs- und Werksgelände aus, das mit einer Kraftangriffshöhe von 0,8 m rechnet. Weil 1,25 m praxisgerechter ist, mit hohem Anfahrpunkt und gut sichtbarem Rammschutz, rechnen wir die statischen Ersatzlasten aus dem Merkblatt auf diese Höhe um und prüfen unsere Produkte statisch.
Für beide gilt: Die Geschwindigkeit geht quadratisch in die Energie ein. Ein LKW mit 26 t bringt bei 10 km/h rund 100 kJ auf den Rammschutz, bei 20 km/h das Vierfache. Beim Stapler ist die Energie kleiner, der Sprung aber derselbe. Ein Modell mit 5 t Gesamtgewicht kommt z. B. bei 10 km/h auf rund 19 kJ, bei 20 km/h ebenfalls auf das Vierfache.
Wo Fahrzeuge Anlauf nehmen können, muss der Anfahrschutz deshalb stärker ausgelegt sein als dort, wo nur rangiert wird. Unsere Empfehlung: Begrenzen Sie die Geschwindigkeit auf dem Firmengelände auf höchstens 10 km/h. Darüber muss der Anfahrschutz deutlich massiver und schwerer ausfallen, und die Investition steigt stark. Wie die vier Gewichtsklassen und die Gefährdungsbeurteilung zusammenhängen, erklärt unser Beitrag zu Rammschutz im Betrieb und Lager.
Welcher Rammschutz ist wann der richtige?
Der passende Rammschutz ergibt sich aus der Gefahrenstelle in Ihrem Betrieb. Klären Sie dafür drei Fragen:
- Welches Fahrzeug fährt dort an?
- In welche Richtung fährt es?
- Wie schnell fährt es?
Für LKW: Rampe, Tor und Einfahrt
Haben Sie eine Laderampe, ein Tor oder eine Einfahrt mit LKW-Verkehr? Dann entscheidet die Stelle über das Produkt:
- Laderampe: Die meisten LKW-Schäden entstehen beim rückwärtigen Ansetzen. Rammschutz-Balken als Einfahrhilfe führen den LKW gerade an die Rampe und halten die Räder auf Spur, bevor die Stoßstange die Rampenkante erreicht. Gegen den Absturz von Personen an der Rampenkante braucht es eine eigene Absturzsicherung (ArbStättV Anhang Nr. 1.10 und 2.1), Anfahrschutz ersetzt sie nicht.
- Rampenwände: Anfahrschutz mit Wandbefestigung leitet die Anprallkraft in die Wand ab, ohne den Rampenboden zu belegen.
- Torzarge und Gebäudeecke: Der Schwerlast-Poller steht in Anfahrrichtung vor der Zarge, damit das Fahrzeug zuerst den Poller trifft. Schwerlast-Poller aus unserem LKW-Anfahrschutz sind für Fahrzeuge bis 40 t bei 10 km/h und 1,25 m Anprallhöhe ausgelegt. Für Fahrzeuge über 40 t fertigen wir den Anprallschutz auf die tatsächliche Belastung. Führen Fahrzeugwege an Toren vorbei, sieht ASR A1.8 einen Abstand von mindestens 1,00 m vor. Poller an der Torzarge helfen, diesen Abstand im Betrieb auch einzuhalten.
- Einfahrt, Logistikzentrum, Speditionshof: Hier fahren LKW nicht rückwärts an, sondern durchfahren Tore und passieren Gebäudekanten in Fahrtrichtung. Schwerlast-Poller an Torpfeilern und Gebäudeecken fangen diesen Fall ab.
- Tankstelle und Gefahrgutlager: Zusätzlich zum Gebäude sind Anlagen zu schützen, für die die Technischen Regeln eigene Vorgaben machen, etwa TRBS 3151 / TRGS 751 für Tankstellen und oberirdische Lagerbehälter oder TRGS 510 für Lager mit Druckgasbehältern.
Für Gabelstapler: Regal, Fahrweg und Halle
Regalenden und Durchfahrten sind typische Anprallstellen im Lager, weil der Stapler dort mit Last einschwenkt. Dort schützt Regal-Anfahrschutz die Stützen: Er wird im Boden verankert und nicht mit dem Regal verbunden, damit die Anprallkraft nicht in die Regalstütze läuft. Nach DIN EN 15512 muss er mindestens 400 mm hoch sein und 400 Nm aufnehmen. Pflicht ist er an Eckbereichen und Durchfahrten, an denen nicht leitliniengeführte Fördermittel ein- und auslagern. Für die übrigen Stützen einer Gasse ist Stützenschutz eine sinnvolle Ergänzung.
Hallenstützen in Produktionshallen stehen oft mitten im Fahrweg. Säulenschutz umschließt die Stütze auf Anfahrhöhe des Staplers und hält die tragende Konstruktion aus dem Anprall heraus. Wo Maschinen, Schaltschränke oder Arbeitsplätze an Fahrwegen liegen, kommen Rammschutzbügel zum Einsatz, als Schutzbügel mit Unterfahrschutz überall dort, wo abgesenkte Gabeln unter einen normalen Bügel geraten könnten.
Typische Fehler bei der Planung von Anfahrschutz für LKW und Gabelstapler
Diese sechs Planungsfehler begegnen uns in der Praxis immer wieder. Wer sie kennt, kann sie von Anfang an vermeiden:






Hinweis: Welcher Anfahrschutz an welcher Stelle nötig ist, ergibt sich aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Als Betreiber legen Sie darin fest, welche Fahrzeuge, Geschwindigkeiten und Anprallstellen zu berücksichtigen sind. Die Beurteilung ist nach ArbSchG und BetrSichV Pflicht, und die Technischen Regeln wie ASR A1.8 und TRBS 2111 geben vor, was dabei als Stand der Technik gilt.
So kommen Sie mit vier Eckdaten zum passenden Anfahrschutz
Für die Auslegung eines Schwerlast-Anfahrschutzes brauchen wir von Ihnen vier Angaben:
- Fahrzeug: das schwerste Fahrzeug, das die Stelle erreichen kann
- Geschwindigkeit: das Tempo, das dort möglich ist
- Aufstellort: die Gefahrenstelle und die Richtung, aus der angefahren wird
- Untergrund: Betonbodenplatte, Fundament oder anderer Belag. Im Schwerlastbereich ist nur Beton als Bodenplatte oder Fundament nutzbar.
Daraus ergibt sich die Lastannahme, also die Anprallbelastung, auf die der Rammschutz ausgelegt wird. Aus ihr ergibt sich das Produkt. Für viele Anwendungsbereiche passt ein Standardartikel aus dem Shop, den Sie dort direkt bestellen können. Wo andere Ausführungen, Maße, Abstände, Bohrbilder, etc. gewünscht werden, plant unser Konstruktionsbüro eine Sonderanfertigung. Jede Schwerlast-Lösung wird statisch geprüft, der Stahl ist je nach Einsatzbereich feuerverzinkt und/oder pulverbeschichtet. Zur Befestigung beraten wir Sie, die Montage muss bauseits organisiert werden.
Anfahrschutz nach Maß direkt beim Hersteller anfragen
Ob Standardprodukt aus dem Shop oder Sonderlösung: Wir konstruieren Anfahrschutz so, dass er genau an Ihre Stelle passt und den Anprall aufnimmt, mit dem Sie dort rechnen müssen. Wo Maße, Abstände oder Lasten vom Standard abweichen, plant unser eigenes Konstruktionsbüro die passende Lösung. Ihre Sonderlösung ist dabei nicht teurer als Standardware. Möglich machen das die Konstruktion im Haus und unsere Produktion in der EU.
Unser Service für Sie:
- Beratung durch Experten mit über 30 Jahren Erfahrung: am Telefon oder per Mail, bevor Sie etwas bestellen.
- Statische Prüfung: Unsere Schwerlast-Produkte sind nach dem Rechenverfahren des VdTÜV-Merkblatts Tankanlagen 965 Teil 3 statisch geprüft. Sie wissen vorher, welche Anpralllast der Poller aufnimmt, in kN bei 1,25 m Anprallhöhe und in kJ.
- Unterlagen für Bauträger und Planer: Technische Zeichnungen und geprüfte Statiken unserer Produkte finden Sie im Shop. Sie können sie direkt in Ihre Ausschreibungen übernehmen.
- Sonderanfertigungen nach Maß aus dem eigenen Konstruktionsbüro: auch für Sonderfälle über 40 t.
Schicken Sie uns Ihre vier Eckdaten und immer auch ein Foto der Situation vor Ort oder rufen Sie uns an unter +49 2333 9820770. Standardprodukte wie unsere Rammschutz-Pfosten bestellen Sie direkt im Shop, als Gewerbekunde auch auf Rechnung.
Rechtlicher Hinweis
Die Angaben in diesem Beitrag geben Normen und Technische Regeln sinngemäß wieder und ersetzen keine Rechtsberatung. Welche Schutzmaßnahmen in einem Betrieb konkret erforderlich sind, legt die Gefährdungsbeurteilung des Betreibers fest. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Fassungen der genannten Regelwerke. Auszüge aus den relevanten Gesetzen und Richtlinien haben wir für Sie zusammengestellt.


